Aussätzigen-Hilfswerk Österreich wird Mitglied im Pharmadialog der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE)

Würzburg, Bregenz, 31.05.2016. Im Pharmadialog der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE), dem entwicklungspolitischen Zusammenschluss der beiden großen christlichen Kirchen Deutschlands, wird zukünftig das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich als neuer Dialogpartner in Gesprächen mit der Pharmaindustrie mitwirken. Im Vorjahr hatte sich der Pharmadialog, der Arbeitskreis aus pharmazeutischen Unternehmen und im Gesundheitssektor der Entwicklungszusammenarbeit tätigen Werken der Kirchen, auf eine behutsame und themenbezogene Erweiterung der Mitgliedschaft geeinigt.

Aktuelle Mitglieder der gemeinsamen Arbeitsgruppe von Pharmaindustrie und Kirche sind seitens des Verbandes der forschenden Pharmaunternehmen (vfa, als Träger) die Firmen Bayer, Boehringer Ingelheim, Merck, MSD Sharp & Dohme, Sanofi Aventis Deutschland GmbH sowie auf Seiten der Kirchen die GKKE (als Trägerin) mit den Werken Brot für die Welt, Missionsärztliches Institut Würzburg (auch in Vertretung für Misereor), deutsches Institut für ärztliche Mission DIFÄM sowie action medeor (begleitend für ein auch vom Aussätzigen-Hilfswerk Österreich betreutes Ausbildungsprojekt für pharmazeutische Fachkräfte in Tansania). Jetzt kommt das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich neu hinzu. 

In den nächsten zwei Jahren wird sich der Pharmadialog unter anderem mit nichtübertragbaren Krankheiten, mit Möglichkeiten der Gesundheitssystemstärkung, mit Medikamentenspenden und deren Problemen und Voraussetzungen sowie mit einem besseren Zugang zu Medikamenten beschäftigen. 

Nicht übertragbare Krankheiten wie etwa Diabetes oder koronare Herzkrankheiten stellen neben den klassischen infektiösen tropischen Armutskrankheiten in vielen Ländern des Südens ein zentrales und wachsendes Problem der Gesundheitsversorgung dar. Dazu Matthias Wittrock, Geschäftsführer des Aussätzigen-Hilfswerk Österreichs und Vertreter des Werks im Pharmadialog: „Ein diabetischer Fuß und ein lepröser Fuß zeigen klinisch eine ähnliche Symptomatik. Extreme Verletzungen führen zu Stigmatisierung. Darum arbeitet das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich daran, die Erfolge bei der Lepra-Kontrolle bei anderen Krankheiten zu wiederholen. Im Pharmadialog können wir das Ziel der Gesundheitssystemstärkung und unsere Ansätze dafür mit der Pharmaindustrie diskutieren. Es geht um Austausch und darum, die natürlich vorhandenen Interessengegensätze konstruktiv zu bearbeiten“

Die Medikamentenspendenprogramme der Industrie werden von kirchlichen Akteuren wie dem Aussätzigen-Hilfswerk Österreich aufgrund der Nebenwirkungen häufig kritisch betrachtet, z.B. weil die kostenfreie Abgabe von Medikamenten in systemrelevanten Mengen zur Schwächung der Generika-Märkte führen kann. Unzweifelhaft werden durch solche Programme aber auch Erfolge erzielt. Im Pharmadialog geht es mithin um die kritische Selbstreflektion und Auseinandersetzung zwischen kirchlichen Entwicklungswerken und der pharmazeutischen Industrie, so auch beim sicherzustellenden Zugang zu biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln und beim Abbau patentrechtlicher Hemmnisse und Preishürden. 

Das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich ist eine Stiftung der Diözese Feldkirch und entwickelt seit 1958 internationale Zusammenarbeit im Gesundheitssektor. Als „Aussätzigen-Hilfswerk“ befasst sich die Organisation mit Prozessen, die „aussätzig“ machen. Das Engagement zur Überwindung stigmatisierender Armutskrankheiten in den Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit ist ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Gesundheitssektors in der globalisierten Welt. 

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