Offener Brief: Das EU-MERCOSUR-Abkommen stoppen.

Offener Brief

In Gran Chaco stand einmal Urwald. Ist das tägliche Schnitzel wichtiger als saubere Atemluft?

By Peer V - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4649059
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Konsequenzen aus dem Weltbrand

Die verheerenden Amazonas-Waldbrände, angekurbelt durch die rücksichtlose Politik des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro gegenüber Indigenen, Kleinbauern und dem Regenwald machen Menschen in Brasilien und auf der ganzen Erde krank.

Und trotzdem hat es die Extremrechts-Regierung Bolsonaro geschafft, eine Spitzenposition bei der UN Stopp-TB-Initiative zu besetzen: Der brasilianische Gesundheitsminister Dr. Luiz Henrique Mandetta wurde im September zum neuen Chair der Stop TB Partnership berufen. Ebenso besorgniserregend: Der WHO Leprosy Elimination Goodwill Ambassador, Yohei Sasakawa, singt Loblieder auf die rechtsextreme Regierung.

plan:g fordert ein Ende der nicht normalen Normalität. Aus dem Weltbrand am Amazonas müssen politische Konsequenzen gezogen werden.

 

Protest gegen EU-MERCOSUR-Handelsabkommen

Genau darum werden auch die kritischen Stimmen gegen das geplante EU-MERCOSUR-Handelsabkommen lauter. Zusammen mit 39 anderen Organisationen aus Österreich, Argentinien, Brasilien, Chile und Paraguay, darunter Welthaus Graz und die Dreikönigsaktion, fordert plan:g - Partnerschaft für globale Gesundheit die Mitglieder des zuständigen EU-Unterausschusses auf, sich gegen eine Ratifizierung des EU-Mercosur-Assoziationsabkommens auszusprechen. 

„Die Liberalisierung von Märkten darf keinesfalls höheren Stellenwert als Menschenrechte und Umweltschutz genießen“, betont Markus Meister vom Welthaus Graz: „Eine Ratifizierung des vorliegenden Assoziationsabkommens würde dem Menschenrechtsanspruch der EU zuwiderlaufen und kann nicht akzeptiert werden.“

Auch plan:g wendet sich gegen das Assoziationsabkommen. Der vorgesehene Export von Agrargütern schädigt die Gesundheit von Menschen am Amazonas und in Europa. Dazu Matthias Wittrock, plan:g-Geschäftsführer: „Das Liberalisierungsabkommen ist ein krankmachendes Modell von gestern. Die Lösung ist gesundheitsschädlich. Außerdem zerstört sie kleinbäuerliche Landwirtschaft am Amazonas und in den Alpen. Das zeigt: Die Gesundheitsinteressen und die ökonomischen Interessen der Menschen sind kein Widerspruch - diese Interessen dürfen nicht auf dem Altar der Agroindustrie geopfert werden.“ 

Die von den Unterzeichnenden vorgeschlagene Alternative: Das Assoziationsabkommen muss weiter verhandelt werden; insbesondere ökologische, soziale und menschenrechtliche Mindestansprüche müssen vereinbart und erfüllt werden, wozu auch Sanktionsmechanismen vereinbart werden müssen.

 



Weil Sie sich für Gesundheit und die Eine Welt interessieren ...

 … haben Sie bis hierher gelesen. Dafür bin ich Ihnen dankbar. Denn die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Krankheit in der Einen Welt sind sehr komplex. In einer sich schnell verändernden Welt ist das Menschenrecht auf Gesundheit immer neuen Bedrohungen  ausgesetzt. Das gilt für die Gesundheit der Ärmsten ebenso wie für uns in Österreich. Darum versteht sich plan:g als Partnerschaft für globale Gesundheit.

Diese Partnerschaft braucht Ihr Mitdenken, Ihr Mithandeln und auch Ihre finanzielle Unterstützung. Werden Sie Teil der Partnerschaft für globale Gesundheit: Mit Ihrer Zahlung machen Sie Gesundheit ansteckend. Das geht schnell. Und mit unserem System sparen Sie die Gebühren der großen Zahlungsanbieter. Danke im Namen des ganzen Teams und im Namen unserer Partnerorganisationen — Pfr. Edwin Matt, Kuratoriumsvorsitzender. 

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