Lepra ist nicht das Schlimmste.

Bregenz, 16.01.2015. - Zum Weltlepratag am 25. Jänner 2015 beteiligt sich das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich erstmals am gemeinsamen Aufruf der in der internationalen Föderation der Anti-Lepraarbeit (ILEP) zusammengeschlossenen Organisationen.

Lepra steht pars pro toto für eine Reihe von anderen vergessenen Armutskrankheiten. Mit Lepra und an Armutskrankheiten leidenden Menschen will niemand zu tun haben. „Aus diesem Grund ‚schönen‘ Staaten Statistiken, feuern Arbeitgeber an Lepra erkrankte Mitarbeiter, lassen Bürgermeister Leprakranke aus ihren Städten deportieren, verweisen Schulleiter Kinder aus den Familien der Patienten von ihren Schulen, verjagen Nachbarn diese Menschen aus "ihren" Stadtteilen“ (Gudrun Freifrau von Wiedersperg, Ehrenamtliche Präsidentin DAHW). Ein anderer Umgang mit Lepra wäre eine Chance für die Gesundheitssysteme insgesamt.

Traditionell ist der Weltlepratag ein Tag des Rückblicks auf die Erfolge des Vorjahrs und eine Gelegenheit zum Ausblick auf die anstehenden Aufgaben. Das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich verschickt in diesen Tagen Spendenbestätigung für das vergangene Jahr in Höhe von knapp über einer Million EUR. Das ist ein Rückgang bezogen auf die Vorjahre.

Seit 1958 hat eine ganze Spendergeneration geholfen, Lepra unter Kontrolle zu bringen. Dieser enorme Erfolg ist potentiell gefährdet, wenn es nicht gelingt, die stille und schleichende Katstrophe der vernachlässigten Armutskrankheiten und der damit einhergehenden Stigmatisierung stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Diskriminierung von Lepra-Kranken findet nicht allein in den Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit statt. Es ist ein Skandal, dass Forschungsprioritäten falsch gesetzt und beispielsweise die Übertragungswege der Lepra immer noch nicht geklärt sind. Dieser Skandal setzt sich bei anderen Armutskrankheiten und beispielsweise auch bei Ebola fort: Deshalb ist es notwendig, das Verständnis für die komplexen Zusammenhänge von Gerechtigkeit und Krankheit in der Einen Welt zu schärfen.

2014 war für das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich das erste Jahr in der neuen organisatorischen Form als Stiftung der Diözese Feldkirch. Die neue Form mit der Konzentration auf den Kernauftrag des Werks bietet die Chance, den kirchlichen Heilungsauftrag noch effizienter und effektiver zu verfolgen. In der neuen Arbeitsform werden Verwaltungskosten drastisch gesenkt und die Partnerlandschaft neu gestaltet. Damit hat das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich die Aufforderung Papst Franziskus, neue und bessere Strukturen der konkret gelebten Solidarität zu schaffen, konsequent angenommen.

Die Setzung neuer Schwerpunkte in Ostafrika hat zu ersten Erfolgen im Case-Finding, der Früherkennung von Lepra-Kranken geführt. Gleichzeitig arbeitet das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich daran, die traditionelle Konkurrenz vertikaler Gesundheitsinterventionen zu überwinden und mit der Anti-Lepra-Arbeit nachhaltig wirksame Beiträge zur Stärkung der Primargesundheitsvorsorge insgesamt zu leisen.

Zum Weltlepratag bittet das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich um weitere Unterstützung seiner Arbeit. Als Beispielprojekt wird die Arbeit des Hilfswerks im Jemen vorgestellt.

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