Einblick Lepra

Das Bild zeigt ein Loch in einer Mauer. Durch den Spalt fällt der Blick auf das Allerheiligste in der Kirche oder auf ein Gnadenbild. Die Bezeichnung Hagioskop stammt aus dem griechischen (hágios: heilig; skopein: schauen). 

Die heute meist zugemauerten Öffnungen heißen auch Lepraspalten oder Schielfenster. Wer im Mittelalter an einer ansteckenden Krankheit litt, konnte durch die Öffnung den Gottesdienst verfolgen, ohne die übrige Gemeinde zu gefährden. Und die Gemeinde ersparte sich den Blick auf die Miselsüchtigen, die Elenden, die Aussätzigen.

Aus den Augen, aus dem Sinn?

Wir sind geübt darin, Krankheit unsichtbar machen. In unserer Einen Welt ist nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation etwa jeder siebte Mensch von einer vernachlässigten tropischen Krankheit betroffen. Vernachlässigt, das bedeutet unter anderem: Die Industrie entwickelt keine Medikamente, weil sich arme Menschen keine teure Medizin leisten können. 

Diese Vernachlässigung von Armutskrankheiten ist in doppelter Hinsicht dumm. Erstens gefährden vernachlässigte Krankheiten in der Einen Welt letztlich auch die Gesundheit in Österreich. Die Vernachlässigung dieser Krankheiten ist aber auch im theologischen Sinn töricht. Für Thomas von Aquin ist Dummheit (stultitia) eine stumpfsinnige Herzensblödheit. Der genaue Blick, das achtsame Hinschauen, ist ihm dagegen eine Kardinaltugend. 

„Und Dummheit ist demgemäß nicht irgendein quantifizierbarer Intelligenzmangel, sondern die Borniertheit gegenüber dem Sein selbst und überhaupt: privatio entis, Sünde, welche sich verstockt und verschließt – letztlich gegenüber Gott.“ Christian Graf von Krockow, „Über die Rolle der Dummheit in der Politik“, Die Zeit 29.08.1980

Wollen wir uns ignorant „zu Tode amüsieren“ (Neil Postman, 1985)? Oder begreifen, wie Reichtum und Armut, Gesundheit und Krankheit in der Einen Welt zusammenhängen?

Es geht auch anders

Zum Weltlepratag 2017 dürfen wir Ihnen die vom Deutschen Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) entwickelte Smartphone App ToxFox vorstellen. Der BUND hat mit dem ToxFox einen Produktcheck entwickelt, der hilft, Kosmetik- und Kinderartikel auf Schadstoffe zu prüfen. 

Hier können Sie die Arbeit des BUND gegen Gift unterstützen.

Bitte unterstützen Sie auch uns

Ihre bewusste Kaufentscheidung und Verzicht auf Überflüssiges schafft mehr persönliche Freiheit. Sie schützen Ihre Gesundheit und können bares Geld sparen. Unsere Bitte: Helfen Sie damit den Ärmsten der Armen. Denn das sind Menschen, die weder Kaufkraft noch Stimme haben. Aber es geht nicht nur um Geld und Spenden. Es geht um ein gutes Leben für alle und damit um Verhaltensveränderung.

Was Sie tun können

Bitte helfen Sie uns: Wir sind sehr dankbar, wenn in den Schaukästen möglichst vieler Kirchen, in möglichst vielen Gemeindesälen, ärztlichen Ordinationen und anderen Veränderungsorten unsere Impulsplakate zum Weltlepratag hängen. Sie können die Plakate bestellen oder herunterladen und ausdrucken. 

Barmherzigkeit

Barmherzig bleiben

Papst Franziskus hat am 20.11.2016 die heilige Pforte geschlossen und das außerordentliche Jahr der Barmherzigkeit damit beendet. Für den Papst ein Signal des Aufbruchs; in seiner Predigt forderte er „die Mitte wiederzuentdecken und zum Wesentlichen zurückzukehren“.



Weil Sie sich für Gesundheit und die Eine Welt interessieren ...

 … haben Sie bis hierher gelesen. Dafür bin ich Ihnen dankbar. Denn die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Krankheit in der Einen Welt sind sehr komplex. In einer sich schnell verändernden Welt ist das Menschenrecht auf Gesundheit immer neuen Bedrohungen  ausgesetzt. Das gilt für die Gesundheit der Ärmsten ebenso wie für uns in Österreich. Darum versteht sich plan:g als Partnerschaft für globale Gesundheit.

Diese Partnerschaft braucht Ihr Mitdenken, Ihr Mithandeln und auch Ihre finanzielle Unterstützung. Werden Sie Teil der Partnerschaft für globale Gesundheit: Mit Ihrer Zahlung machen Sie Gesundheit ansteckend. Das geht schnell. Und mit unserem System sparen Sie die Gebühren der großen Zahlungsanbieter. Danke im Namen des ganzen Teams und im Namen unserer Partnerorganisationen — Pfr. Edwin Matt, Kuratoriumsvorsitzender. 

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