Wie geschmiert: Die einzelnen Strategie-Elemente greifen gut ineinander.
Wie geschmiert: Die einzelnen Strategie-Elemente greifen gut ineinander.

Strategische Phasen

plan:g überarbeitet die Programmstrategie kontinuierlich und legt darüber in den Jahresberichten Rechenschaft ab. Seit 2013 wurden drei strategische Phasen bearbeitet, die aufeinander aufbauen und sich in der grundsätzlichen Richtung nicht unterscheiden. 

Unser Ampelsystem auf einen Blick: 

Seit 2013 unterscheiden wir zwischen roten, gelben und grünen Projekten. Ein Ampelsystem, dass sich mit der Zeit entwickelt hat. So wie plan:g.

 

2013, im Jahr unserer programmatischen Neuorientierung, waren die „roten“ Projekte unsere „Sorgenkinder“: Patenschaftsprojekte, in denen der Kindesschutz nicht gesichert war. Medikamenten- und andere Sachspendenaktionen mit vielen unbeabsichtigten Nebenwirkungen. Diese Projekte wollten wir rehabilitieren oder ausphasieren. Bis 2015 haben wir das erfolgreich geschafft.

Warum engagieren wir uns immer noch in „roten“ Projekten? Weil sie uns mittlerweile ziemlich ans Herz gewachsen sind. Denn wir bieten Partnerorganisationen Evaluierungen und Managementanalysen an, die in change-management-Prozessen münden. Viele dieser „roten“ Projekte scheitern – oft dann, wenn viel „wohltätiges“ Geld durch persönliche Kontakte zur Verfügung steht. Aber wenn dieser Projekttyp erfolgreich ist, wirken wir nachhaltig. Wir verbessern Kindesschutz in Spitälern und anderen Einrichtungen. Wir helfen, dass Gesundheitseinrichtungen nachhaltigere Finanzierungsmodelle entwickeln. Projekte dieser Kategorie sind zeitlich begrenzt. Wir arbeiten in einer beratenden Rolle und helfen, konkrete Probleme zu lösen. Dabei greifen wir auf ein gewachsenes Netzwerk von Fachberater*innen zurück. Und wir denken selbst intensiv mit und vermitteln in Konflikten. 

 

„Gelbe Projekte“ sind Kapazitätsentwicklungsmaßnahmen. Einige dieser Capacity Development Initiativen haben sich aus roten Projekten entwickelt. Die meisten sind aus sehr guten Projektpartnerschaften entstanden. Wichtig zu wissen: plan:g fördert nicht endlos. Direkte Fördermaßnahmen sind auf maximal sieben Jahre beschränkt. Längere Förderpartnerschaften werden unserer Erfahrung nach schnell zu unguten Abhängigkeitsbeziehungen. 

 

„Grüne Projekte“ können sehr viel Kopfzerbrechen machen. Hier geht es um Projektinnovationen. Beispiel: Wie helfen wir, nicht-heterosexuelle Menschen in unseren Partnerländern vor Verfolgung zu schützen? Verfolgung heißt: Diffamierung, Hass, strafloser Mord. Wir haben verstanden, dass wir in Österreich nicht nur bei den „roten Projekten“ in großer Verantwortung stehen. Verfolgung von nicht-heterosexuellen Menschen wird zu oft mit abstrusen theologischen Argumenten wenn nicht gerechtfertigt, so doch ermöglicht. Wir haben gelernt, dass Projektinnovationen sehr häufig eine anwaltschaftliche Komponente in Österreich haben müssen, um langfristig erfolgreich zu sein. 

Wichtig: Das Ampelsystem impliziert keineswegs, dass ein „grünes“ besser als ein „gelbes“ oder „rotes“ Projekt wäre. Zwar war die Kategorisierung zu Beginn, im Jahr 2013, als ein internes Controlling-System für die Projektqualität gedacht. Schnell wurde aber die unterschiedliche Natur der Projekte deutlich. Die Funktion des wirkorientierten Controllings übernimmt jetzt die Analyse durch die plan:g-Spinnen-Diagramme. Diese bauen auf den OECD-DAC-Evaluierungskriterien auf (siehe unten).

Die Jahresplanungen auf einen Blick: 

 2013 – 2015: Beendigung der direkten Hilfe („Medikamenten-Aktion“) und der direkten Kinderpatenschaften aufgrund mangelnder Wirkung/nicht beabsichtigter, unerwünschter Wirkung; regionaler Fokus Ostafrika und arabische Nachbarn, Aufbau von Partnerschaften im Bereich der Vernachlässigten tropischen Krankheiten (NTD); Netzwerkentwicklung mit Mitgliedschaft u.a. bei ILEP und KOO


2016 – 2018: Weiterführung. Kapazitäten-Entwicklung. Und: Aufbau replizierbarer Piloten zur Gesundheitssystemstärkung, insb. Beiträge bei der Ausphasierung von Vertikalprogrammen; Partnerberatung. 

Aktuelle Weiterentwicklung: Weiterführung. Und: Intensivierung der interregionalen Arbeit = Lernen im Vergleich; Betonung anwaltschaftlicher Arbeit. 

Haben Sie Fragen zu unserer Programmatik? Sprechen Sie uns an.

Die OECD/DAC Evaluierungskriterien

plan:g-Projekte sollen relevant, effektiv und effizient nachhaltig wirksam sein: Das sind die vom OECD/DAC vereinbarten und allgemein als verbindliche geltenden Evaluationskriterien. Teil dieser Anforderungen sind die Kohärenz, Komplementarität und gute Koordination der Maßnahmen ebenso wie die Orientierung auf gender und Ökologie.

  • Relevanz: Tun wir das Richtige?
  • Effektivität: Tun wir das Richtige richtig? Ist der Zielerreichungsgrad ausreichend?
  • Effizienz: Ist der finanzielle Aufwand, gemessen an den erzielten Wirkungen, gerechtfertigt?
  • Wirkung: Welche positiven und negativen, beabsichtigten und unbeabsichtigten Wirkungen hat die Maßnahme?
  • Nachhaltigkeit: Sind die positiven Wirkungen von Dauer? Mehr dazu im .

Abhängig von Größe und Wichtigkeit der Maßnahme werden plan:g-Projekte vor und nach der Durchführung auf die genannten Kriterien geprüft. Auch die Prüftiefe unterscheidet sich von Projekt zu Prpojekt. Wichtig ist der Vergleich vor und nach der Projektdurchführung: Lagen wir mit der ursprünglichen Einschätzung richtig? Was können die am Projekt beteiligten Organisationen und Menschen darauf für die Zukunft lernen? Dazu setzen wir das plan:g-Spinnentool ein, das Sie bei einigen Projektbeschreibungen in der Projektliste sehen.